Ernährung

Das Thema Ernährung/Fütterung erfordert grundsätzlich Wissen um die artspezifische Grundansprüche des Organismus Pferd. Die Fütterung muss den physiologischen Bedürfnissen angepasst sein.
Grundlegende Orientierung hierzu sind Studien zum Freßverhalten von Wildpferden (wild lebende Hauspferde) und Kenntnisse über den Verdauungstrakt. Nur mit diesen Kenntnissen ist es möglich, Futtermittelauswahl /-menge, Fütterungshäufigkeit zusammenzustellen und natürliches Freßverhalten und Verdauung zu optimieren.
Wildforschungen zeigen, dass Pferde in der Steppe etwa 16 - 18 Stunden mit Fressen zubringen (hierbei Pflanzenvielfalt, Hauptanteil Rohfaser).
Bei Betrachtung des Verdauungstraktes, beginnend mit der Maulhöhle, über die Magenverdauung bis zur Dickdarmverdauung, zeigen sich bestimmte physiologische Prozesse (enzymatische, mikrobielle), aus denen gewisse Anforderungen an die Fütterundpraxis geschlossen werden können.
Um es kurz zu sagen: eine zweimalige Kraftfuttergabe und dazu eine vielleicht nur einmalige Heufütterung entspricht nicht einem Lifestyle von 18 Stunden fressen.
Für die Praxis sollen hier nur wenige Punkte (ein tieferes Verständnis ist einfach notwendig) genannt werden:  | Hauptnahrungsmittel eines heutigen Pferdes ist immer noch die Rohfaser (siehe Dickdarmverdauung)
|  | d.h. Pferde würden ständig Heu fressen - Heu satt füttern. Aber Heu ist nicht gleich Heu: Ernte- und Lagerbedingungen beachten!
|  | Die Kraftfuttertagesmenge auf mehrere kleine Mahlzeiten aufteilen.
|  | Je nach Stärkegehalt nie mehr als 250-400gr/100kg Körpergewicht.
|  | Die Speichelproduktion erfolgt rein mechanisch bei jedem Kauschlag. Die Speichelmenge ist ganz bedeutend für die weiteren Verdauungsvorgänge.
|  | Bei Versuchen an Pferden unter Stallhaltung stellte sich heraus, dass sie am liebsten ihr Krippenfutter auf etwa zehn Mahlzeiten täglich aufteilen und dabei nie mehr als etwa 200gr/100kg Körpergewicht fressen würden.
|  | Vor der Kraftfutterfütterung Heu füttern, am Besten bis zu 1/4 Stunde vorher.
|  | Ausreichende Ruhe nach der Fütterung (mind. 1/2 - 1 Stunde) |
Unter der vielen Literatur zum Thema Fütterung sei auf den empfehlenswerten Beitrag von
Dr. med.vet. Dorothee Meyer "Pferdefütterung" in Dr. H. Strasser(Hrsg.): Internationale Konferenz für Strasser Hufbehandlung, Tübingen 2003, Knirsch-Verlag (ISBN 3-022791-6-9)
verwiesen.

|